Blog, Leitartikel, Persönlich, PolitikIndependence Day
Mit diesem Artikel möchte ich nicht etwa einen zweitklassigen Film besprechen, sondern vielmehr von den Erlebnissen rund um den Nationalfeiertag in den Vereinigten Staaten berichten. July 4th, das ist hierzulande wohl fast schon eine heilige Formel. So heilig, dass der Tag vor dem 4. Juli inzwischen auch schon zum landesweiten Feiertag erklärt worden ist. Angesichts von nur 15 Tagen gesetzlicher Regelurlaubszeit mag es demnach kaum verwundern, dass die Amerikaner einen zusätzlichen Anlass für ein enthusiastisches Fest mitten im Hochsommer sehen. Der Unabhängigkeitstag, der der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776 gedenkt, wird heutzutage jedoch vielmehr mit Baseball-Matches, Konzerten und Feuerwerk in Verbindung gebracht als mit der Würdigung des zugrundeliegenden historischen Ereignisses.
Ich habe den Tag in New York verbracht und wurde Zeuge eines gigantischen Feuerwerks entlang des Hudson Rivers, das freundlicherweise vom Einzelhandelskonzern Macy’s gesponsert wurde. Thomas Jefferson wäre bei diesem fast halbstündigen Spektakel aus Formen und Farben sicher erfreut gewesen, wenn er Zeuge dessen geworden wäre. Am Abend des 4. Julis 2009 waren es hingegen mehr als eine Million Zuschauer, die sich am Ufer der New Yorker Westside versammelten und nocheinmal gefühlt mindestens genauso viele Polizisten. Sie alle drängten sich durch die Straßen zwischen der 20th und 60th, so dass es nicht gerade angenehm war, aus nächster Nähe mit dabei zu sein. Die dafür durch Sterne und Streifen induzierte Hochstimmung überdeckt solche Gedanken aber schnell wieder.
Dennoch bleibt zu klären ob es denn wirklich - mehr als 200 Jahre nachdem die Tinte der Gründerväter der amerikanischen Nation getrocknet ist - “self-evident” [ist], “that all men are created equal”.
