MusikSchwanensee
Es gilt wohl als das bekannteste Ballett der Welt: Tschaikowskis “Schwanensee” verzaubert in Berlin das Publikum der Staatsoper. Dabei sticht die Rolle der Odette, getanzt von Beatrice Knop, heraus. Mit einer atemberaubenden Eleganz und Leichtigkeit beherrscht sie sämtliche Figuren und brilliert im Pas de deux an der Seite ihres Siegfrieds (Wieslaw Dudek). Patrice Bart misst sich in dieser Inszenierung mit niemand geringerem als dem Urvater des klassischen Balletts - Marius Petipa - und geht dabei nicht unter; vielmehr bereichert er die tradierten Ideale. Dabei setzt er nahezu alle Elemente ein, die tänzerisch überhaupt möglich sind und unterstreicht fast wie auf eine natürliche Art und Weise die klangvolle Partitur Tschaikowskis, die an diesem Abend in den Händen von Michael Schmidtsdorff lag. Einzig das Bühnenbild kratzt am Eindruck der Perfektion; ein mausgrauer Vorhang, schlecht gemachte Fensterscheiben und überaltete Kostüme. Wenn schon Art Déco, dann doch bitte auch im Detail. Von solchen Kleinigkeiten wird der Zuschauer jedoch schnell abgelenkt; schließlich überzeugt Marian Walter in der Rolle des Benno, dem Freund und heimlichen Verehrer Siegfrieds. Es wirkt spielerisch, gar unterfordert, wenn er Gretschsprünge aneinanderreiht. Eine außerordentliche Leistung liefert in diesem Stück auch das Ensemble, welches in puncto Synchronität schon dem chinesischen Staatszirkus ähnelt. An der Spitze der Darbietung und vom Publikum dementsprechend mit tosendem Applaus gefeiert stand an diesem Abend Odettes Fouetté. Dabei sei darauf hingewiesen, dass es sich “nur” um die Zweitbesetzung handelte. Für den Glanz sorgen in den Hauptrollen sonst Polina Semionova und Vladimir Malakhov. Es bleibt die Frage offen, wie man eine Arabesque beeindruckender darbieten kann als Beatrice Knop. Großes Kompliment für eine herausragende Vorführung!

15:44 Uhr
Schöne Kritik. Leider vermisse ich oft n solchen Beiträgen, welches Ende in der beschriebenen Inszenierung gewählt wurde. Das ist doch sehr interessant, oder nicht? Oder wollten Sie hier nicht die Spannung wegnehmen? Ich gestehe ja gern, dass ich mehr ein glückliches Schwanensee Ende bevorzuge.