Du sagtest, du bräuchtest Zeit. Ich war bereit, sie dir zu geben. Du sagtest, du bräuchtest Abstand, ich war bereit, ihn dir zu gewähren. Du sagtest, du liebtest mich nicht. Ich war bereit, dies zu akzeptieren. Du quältest und streicheltest mich. Ich ging daran zugrunde.
Wenn nun die Abendsonne in mein Zimmer scheint, Regentropfen langsam am Fenster hinunterlaufen, genau wie die Tränen an meinen Wangen, dann denk ich an dich. In diesem Moment laufen die Bilder gemeinsam verbrachter Stunden wie ein Film vor meinen Augen ab. Ich beobachte die Regentropfen, die die Sonne, jeden einzeln, golden funkeln lässt. Und dann summe ich diese eine Melodie, stelle mir vor, du könntest sie hören. Aber du sitzt jetzt sicher lachend und in bester Stimmung mit Freunden irgendwo weit weg von mir und nimmst nicht wahr, wie es mir geht, was dich vielleicht auch gar nicht interessiert. Aber wenigstens die Musik ist für mich da. Ich sollte die Klavierstücke, die die Melancholie so sehr auf die Tasten übertragen, womöglich nicht hören, doch sämtliche Alternativen würden mich in diesem Moment total zerstören. So leide ich nur mit jedem Ton und Tastenschlag und ich kann nicht anders. All das nimmst du nicht wahr. Du wirst sicher gerade zu einer heiteren Musik tanzenm was du zweifellos einwandfrei beherrschst. Beim erneuten Blick an das Fenster fasse ich den Entschluss, mich auch zu bewegen und gehe nach draußen, wenn es auch gerade erneut angefangen hat, zu regnen, oder gerade deswegen. Zwei kleine Kinder haben den selben Entschluss gefasst und spielen mit dem Regen. Sie sind vergnügt und einfach nur glücklich, weil sie zusammen sind. Sie bemerken nicht, dass ich an ihnen vorbeigehe. In diesem Moment zieht es mich hinaus auf die weiten Felder, vorbei am Treiben des kleinen Städtchens. Meine Sachen sind nun vollkommen nass und beschmutzt, doch ich gehe weiter, soweit mich die Füße tragen, bis um mich herum nur noch den Wald am Horizont und die Wiese unter mir sehe. Ich beschließe, anzuhalten und mich rückwärts fallen zu lassen. Mein Kopf liegt in einer Schlammpfütze. Der Regen prasselt ungehindert auf mich ein. Beim Schließen der Augen denke ich erneut an dich. Nichts wünsche ich mir jetzt sehnlicher, als dass du mich hier findest, dich auf mich legst und mit deinen Küssen die Tropfen aus Regen und Tränen verwischst. Aber mein verzweifeltes Verlangen nimmst du wahrscheinlich nicht wahr. Vielleicht küsst du in diesem Moment eine andere Person.
Oh, wie ich dich hasse! Wenn ich dich doch nur nicht so lieben würde …
In jenen Momenten
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